Frankfurter Beton
November 5, 2007
Vor mehr als 70 Jahren erfand der Österreicher Karl Rappan den „Schweizer Riegel“, die Italiener verfeinerten ihn später unter dem Namen „Catenaccio“, die ultimative Steigerung dieses Fußballs zum Abgewöhnen bot jetzt die Frankfurter Eintracht am Wochenende gegen das Starensemble von Bayern München. Schon die Aufstellung versprach geballte Defensive mit einer Fünferkette mit antiquiertem klassischem Libero, einem weitgehend defensiv ausgerichteten lauf-, kampf- und kratzstarken Mittelfeld, 2 Stürmern, die wenn überhaupt fast nur im eigenen Strafraum gesichtet wurden und 4 neuen Spielern ohne Spielpraxis, die wohl eigens für dieses eine Spiel geschont wurden. Die plötzliche Grippe der etatmäßigen Nummer 1 verhinderte immerhin den Doppeltorwart.
In nackten Zahlen sieht das dann so aus: 15:0 Torchancen, 17:2 Ecken, 38:5 Torschüsse (waren’s wirklich 5?), 34:3 Flanken, 63%:37% Ballbesitz. Alles pro Bayern. Endergebnis: 0:0!





November 5, 2007 at 10:55
Bezeichnend, dass die meisten der 37% unserer Ballkontakte der Torwart hatte.
November 5, 2007 at 15:27
Dabei war der Vater des Catenaccio, Helenio Herrera, genau genommen Argentinier und nicht Italiener.
November 5, 2007 at 16:06
Stimmt, aber „Gli Azurri“ haben das ja mit den Argentiniern nie so genau genommen – was nimmt man in Italien überhaupt genau? -, z.B. haben sie zur Erringung ihres 1. WM-Titels fast die gesamte Mannschaft in Argentinien rekrutiert. Und auch beim aktuellen Weltmeister spielt mit Mauro Camoranesi ein „Gaucho“, das ist aber ein Offensiver, gestern schoss er z.B. den Ausgleich gegen Herreras Nachfahren in schwarz-blau.
November 5, 2007 at 20:37
Schön wars wohl nicht, aber ein Punkt mit dieser ersatzgeschwächten Mannschaft in München – das heiligt doch die Mittel oder?
November 6, 2007 at 8:52
Man muss wohl mit einem anderen Anspruch in dieses Spiel gehen, die 7.000 Frankfurter Fans erweckten jedenfalls nicht den Eindruck von Unzufriedenheit und beherrschten die Arena akustisch klar. Die wähnten sich wahrscheinlich bei den Karl-May-Festspielen von Bad Segeberg und nicht bei einem Bundesliga-Spiel, das meinte auch Klaus Hoeltzenbein (sic) in der SZ treffend: „Die Eintracht harrte in ihrer Wagenburg, die Bayern galoppierten drumherum, veranstalteten ein Mordsgejohle, drangen aber nicht vor bis ans Lagerfeuer.“
November 6, 2007 at 11:29
Immerhin haben es die Bayern nicht auf einen sogenannten Elfer wie im 74er WM-Finale von BERND Hölzenbein angelegt.
November 11, 2007 at 15:40
Der BVB hat gezeigt, wie Frankfurter Beton „weichgeklopft“ wird: erst eliminiert Tinga, zwar etwas zu spät, den Frankfurter Torschützen mit einem zielsicheren Tritt in den Oberschenkel, dann säbelt Florian Kringe unmittelbar vor seinem Treffer zum Ausgleich den im Weg stehenden Frankfurter Libero – jawohl, das gibt es noch – von hinten um. Ansonsten alles wie gehabt: klares Chancenübergewicht beim Gegner (28:9 Torschüsse) und ein eigener, schier unüberwindbarer Torhüter, diesmal war’s Markus Pröll.
November 12, 2007 at 17:56
Nur zur Info: Was wir da auch dem Foto sehen, ist keineswegs Beton, sondern roter polierter Granit.
November 12, 2007 at 19:48
Magst recht haben, der Messeturm steht ja u.a. auch für Innovationsgeist und Kreativität, passt also nicht wirklich. Trotzdem: der Messeturm bleibt, Frankfurter Beton, bzw. der dafür Verantwortliche mit seinem
SturschädelBetonkopf geht.