Wenn schon auf dem Spielfeld nix geht, so will sich die aktuelle Nummer 101 der FIFA-Rangliste dennoch mit Anstand aus der Affäre ziehen. Während der EM gilt für die heimischen Kicker ein Verhaltenskodex, der keinen Vergleich mit den Benimmregeln eines alpenländischen Elite-Internats zu scheuen braucht. Schon um 22:30, wenn draussen auf den Straßen die EM-Party der 15 weiteren Teilnehmer losgeht, herrscht Zapfenstreich. Bestenfalls “ein gutes Buch” ist für die des Lesens Mächtigen danach noch erlaubt, weniger intellektuellen Fußballern sollen anspruchsvolle Bilderbücher die Zeit bis zur nächsten Niederlage vertreiben. Würfeln oder Kartenspielen ist laut EM-Knigge strikt untersagt, man könnte ja gewinnen. Viel Wert wird ganz offensichtlich auf ausreichenden Schlaf gelegt, das erhöht die Chance zumindest des Traumerlebnisses vom Gewinn der EM-Krone ungemein.

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Im Herzen von Europa

März 31, 2008

Die Führung von Eintracht Frankfurt verbietet sich nach dem jüngsten Höhenflug weiterhin Träumereien um UEFA- und UI-Cup. Kein Wunder, wenn sogar die Qualifikation für die Champions-League möglich ist …

Hessen hat gewählt

Januar 27, 2008

Hessen wählt heute nicht nur einen neuen oder alten Ministerpräsidenten, sondern empfiehlt auch einige wenige Blogs aus der Region. fnp BlogcheckGenauer gesagt tat dies die Frankfurter Neue Presse, seit dieser Saison Premium-Partner von Eintracht Frankfurt, und fand in “six-to-nine” einen würdigen Schlussstein ihres Blogchecks der Auserwählten. Der Autor bedankt sich wie es sich gehört bei allen seinen Wählerinnen und Wählern, bzw. dem verantwortlichen fnp-Redakteur Marcus Hladek, und freut sich vor allem darüber, dass ihm diese Ehre ohne jegliche Wahlpropaganda, wie z.B. einem Verbot ausländischer Balltreter im deutschen Fußball, weil diese mehr gelbe oder rote Karten bekämen, oder einem Ja zur einheitlichen, also gar keiner Ausbildung für Spieler und Trainer über alle Klassen ohne jegliche Sonderbehandlung des DFB in Person von Herrn Rutemöller für besonders verdienstvolle und andere untalentierte Ex-Fußballer wie dem großgoscherten selbstbewußten fränkischen Weltenbummler, zuteil wurde.

Imagewandel

Januar 15, 2008

Sonderbare Dinge geschehen derzeit bei Eintracht Frankfurt, das zumindest mag man als Außenstehender meinen. Erst schnappt man niemand Geringerem als Juventus Turin mit Martin Fenin das größte tschechische Sturmtalent weg und tätigt damit den bisherigen Rekordtransfer der Vereinsgeschichte, dann führt ein atemberaubender Verhandlungsmarathon zur ähnlich teuren Verpflichtung des brasilianischen Jungstars und “Ballack-Doppelgängers” Caio, der bei meiner Roma und ebenfalls den “Bianco-Neri” im Gespräch war. Und die Einkaufstour ist noch nicht zu Ende, ein Stürmer von internationalem Format wird noch gesucht.

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Georges Pretre 2008Auch das traditionelle Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker stand heuer ganz im Zeichen der sich bedrohlich nähernden Fußball-EM. Oder umgekehrt, wird man vielleicht in einem halben Jahr sagen. Um dessen künstlerischen Anspruchs ist’s ohnehin nur unwesentlich besser bestellt als um Taktik und Fußballkunst in der Alpenrepublik, ein nett anzusehendes bzw. anzuhörendes Freizeitgekicke, nicht mehr. Nur dass die perfekte Ausführung und mediale Einbettung in einen rot-weiß-roten Werbefilm über die Jahre zu einem weltweiten Erfolg geführt haben, der den heimischen Balltretern auch trotz Heimvorteil verwehrt bleiben wird.

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Frankfurter Beton

November 5, 2007

MesseturmVor mehr als 70 Jahren erfand der Österreicher Karl Rappan den “Schweizer Riegel”, die Italiener verfeinerten ihn später unter dem Namen “Catenaccio”, die ultimative Steigerung dieses Fußballs zum Abgewöhnen bot jetzt die Frankfurter Eintracht am Wochenende gegen das Starensemble von Bayern München. Schon die Aufstellung versprach geballte Defensive mit einer Fünferkette mit antiquiertem klassischem Libero, einem weitgehend defensiv ausgerichteten lauf-, kampf- und kratzstarken Mittelfeld, 2 Stürmern, die wenn überhaupt fast nur im eigenen Strafraum gesichtet wurden und 4 neuen Spielern ohne Spielpraxis, die wohl eigens für dieses eine Spiel geschont wurden. Die plötzliche Grippe der etatmäßigen Nummer 1 verhinderte immerhin den Doppeltorwart.

In nackten Zahlen sieht das dann so aus: 15:0 Torchancen, 17:2 Ecken, 38:5 Torschüsse (waren’s wirklich 5?), 34:3 Flanken, 63%:37% Ballbesitz. Alles pro Bayern. Endergebnis: 0:0!

Fußball verrückt

Oktober 18, 2007

Der gestrige Mittwoch hatte es wahrlich in sich und war reich an Überraschungen. Mein Boss aus England sagte einmal: “When Greece is able to become European champion, anything is possible.” Am Ende wird also Österreich Europameister, aus der Ferne beobachtet von Fußballgrößen wie England oder Frankreich. Aber der Reihe nach.

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Keiner will mich

Oktober 9, 2007

Albert StreitDer Frankfurter Albert Streit hat’s schwer: da bringt er Woche für Woche Topleistungen, ist der wahrscheinlich beste deutsche Torvorbereiter in der Bundesliga, im aktuellen kicker Ranking der beste deutsche Mittelfeldspieler, und wird trotzdem vom Bundesjogi regelmäßig übergangen. Dieser zieht, wahrscheinlich schon traditionell, Bankdrücker wie David Odonkor oder kaum rekonvaleszente Auslaufmodelle wie Bernd Schneider oder Thorsten Frings vor.

Tickets DublinJetzt wurde sogar ich nominiert! Und, sorry Ali, leider kann auch ich Dich nicht nach Dublin mitnehmen, mein Nebenmann wird ein irischer Hardcore-Fan sein.

Bildquelle: BLOG-G

Nicht nur ich erwarte eine noch nie dagewesene Blamage für den Co-Gastgeber nächstes Jahr, aus Anlass des Todes des letzten gefühlten Erfolgstrainers (3:2 in Cordoba, “I werd’ narrisch”) gibt es hier eine wunderbare Bestandsaufnahme. Da werden “Scheintote und wandelnde Leichen, die weder laufen, spielen oder den Raum aufteilen, sondern nur seelenlos über das Spielfeld geistern” von ähnlich niveaulosen Fernsehreportern als “suboptimal” eingestuft. Dabei ist das “Gegurke” nichts anderes als eine “besonders perfide Form der Zuschauer-Folter”, sogar der Vergleich mit dem “hawaiianischen Skiteam” täte den Insulanern Unrecht.

Den Verdacht, dass eh “alles nur Theater” sei, hab’ ich ja hier auch schon gehegt.
tbc

Ochs-trott

August 4, 2007

Was für ein Eiertanz war das während der Vorbereitung von Eintracht Frankfurt. Die Testspiele waren schon mehr als durchwachsen, ein Trainingslager musste gar abgebrochen werden, weil kaum mehr gesunde Spieler zur Verfügung standen, und zuletzt fiel beinahe die gesamte Defensivabteilung verletzt aus. Auch auf dem Transfermarkt trat der Verein aus der Finanzmetropole äußerst bescheiden auf und investierte keinen Cent aus der gutgefüllten Vereinskassa in die Verpflichtung neuer Spieler, um sich stattdessen mit ablösefreien Dopingsündern und Bigamisten Fußballidolen aus dem fernen Ausland zu verstärken. Und trotzdem fordert die sportliche Führung eine deutliche Verbesserung zu den letzten Jahren und einen einstelligen Tabellenplatz.

Da trifft es sich gut, dass zuletzt mit Starfriseur Klaus Peter Ochs ein weiterer regional verwurzelter Sponsor gewonnen werden konnte. (Eine verwandtschaftliche Verbindung zu dem gleichnamigen Rotschopf Sotoim Eintracht-Dress ist nicht bekannt.) Ha(a)rte Zeiten könnten also besonders für die beiden hellenischen Halbgötter Eintrachtstars Joannis Amanatidis und Sotirios Kyrgiakos anbrechen, die ersten Gerüchten zufolge als Frisurmodel für das halbzeitliche Showfrisieren in der Business-Lounge ausgewählt werden sollen.