Frühlingsweine (2) - in ihrem Herbst
Mai 3, 2008
Nach dieser vielversprechenden Eröffnung der “Duftoper” mit größtenteils recht individuellen Vertretern gegen den Zeitgeschmack ging es nach der Pause mit einigen gereiften Sauvignons weiter. Wird Sauvignon blanc allgemein eher geringes Reifepotenzial zugestanden, sollte diese Probe das Gegenteil beweisen, nachdem ich schon in der Vergangenheit hervorragende Erfahrungen mit Weinen aus den frühen 90ern von Sepp Musters erster Schaffensperiode oder auch von dem Doyen im Sausal, Franz Hirschmugl, machen konnte.
Frühlingsweine (1) - Charakter statt Kommerz
April 26, 2008
Wenn es draussen endlich wärmer wird und nach frischem Gras und Kräutern duftet, die Gartensaison eröffnet wird, dann beginnt auch die Saison für Sauvignon-blanc. Festlich eingeläutet wurde sie dieses Jahr mit einer wahren “opera profumata” in mehreren Sätzen. Wir wollten herausfinden, ob eine immer populärer werdende Aromasorte fähig ist, gut reifende und seriöse Terroirweine zu ergeben. Gleich mehrere gereifte Darsteller aus der Heimat wurden dafür engagiert.
Riesling von der Loire
April 10, 2008
“Chenin blanc - zwischen Kult und Massenwein” lautet das Thema der diesmal von originalverkorkt veranstalteten Weinrallye. Chenin ist
die veilleicht zickigste aller weißen Rebsorten überhaupt, die bei entsprechendem Engagement im Weingarten große, ja Kultweine liefert, leider aber auch sehr viel nichtssagende Massenware, teils unter anderem Namen wie Steen in Südafrika bekannt. Mir geht’s aber um klassische Chenins von der Loire, die ich immer gerne mit Rieslingen vergleiche: beide Sorten sind ausgesprochen säurelastig, vertragen eine gute Portion Restzucker, ergeben mitunter grandiose Süßweine, reifen hervorragend und sind für mit ihrer oft puristisch-mineralischen Note die weißen Terroirweine schlechthin.
Label Watching in SF
März 13, 2008
Was macht man in in einer Weinhandlung in San Francisco, nachdem
man die vorher bestellten Flaschen (ausnahmsweise kein Zin, sondern West Coast Riesling!) abgeholt hat und bis zum zufällig am gleichen Nachmittag stattfindenden Tasting mit Gianluca Grasso noch Zeit bleibt? (Der Laden liegt in SOMA, zumindest nachmittags alles andere als eine belebte Gegend.) Man goutiert das Angebot. Und findet neben alten Bekannten typisch amerikanische Trouvaillen.
Entdeckung aus dem Piemont
Februar 21, 2008
Es ist die Zeit der Weinpräsentationen, zuletzt waren die “Spitzenweine des
Piemont zu Gast in Wiesbaden“. Auch wenn die ganz großen Namen wie Giacosa oder Gaja fehlten, versprachen bekannte Größen wie z.B. Fratelli Alessandria, Attilia Ghisolfi oder Punset viel Interessantes. Meine persönliche Entdeckungen waren hingegen 2 noch weniger bekannte Betriebe.
Festtagssprudel
Dezember 18, 2007
“Alle Jahre wieder …” - es ist die Zeit der Besinnung, aber auch der Freude, und zu feiern gibt es auch genug. In meinem Fall nicht nur zu
Weihnachten und Neujahr, sondern gleich danach ohne Erholungspause die Geburtstage meiner beiden Töchter am 1. und 3. Januar. Da trifft es sich gut, dass Lars Breidenbach alias schreiberswein als Ausrichter der 6. Weinrallye zur Schaumweinrallye ruft und folgende Frage beantwortet haben möchte: “Mit welchem Schaumwein feiert ihr ins neue Jahr?”
Verschlusssache Wein - mehr als nur Kork
Dezember 14, 2007
Keine Angst, jetzt folgt nicht die x-te Korkdiskussion, wer mag, kann sich hier auf “talk about wine” einklinken, aktuell geht’s wieder hoch her, auch aufgrund des einen oder anderen spitzen Kommentars meines Alter Egos, oder bei wein-plus zwar leicht gefärbte aber nicht uninteressante Fakten abholen. Fakt ist, um das leidige Thema “Kork” hier gleich abzuwürgen, dass ein, wenn auch kleiner Prozentsatz verkorkter Flaschen immer fehlerhaft sein wird, und auch der Schraubverschluss (Stelvin oder Stelvin+) als vernünftigste Alternative keine 100%-ige Fehlerfreiheitsgarantie bieten muss. Im Vergleich zu Korkfehlern ohne jegliche Vorwarnung sind die Risiken beim Alternativverschluss jedoch meist beherrschbar.
Zumindest für das Gros aller weltweit erzeugten Weine, die jung getrunken werden (müssen), hat der gute alte Naturkork keinerlei Berechtigung. Warum zögern trotzdem so viele Spitzenwinzer bei ihren besten Weinen mit der Umstellung oder setzen ganz bewusst weiter auf Kork?
Veltliner-Wirrwarr
November 27, 2007
Den Grünen Veltliner als Österreichs autochthone
Hauptsorte mit ca. einem Drittel der Gesamtanbaufläche kennt man. Aber kennt man ihn wirklich? Genau genommen ist dies gar kein Veltliner, wie mich ein geschätzter Weinfreund hier in seinem Posting aufklärt. Der echte Veltliner ist nämlich der Rote Veltliner, der natürlich nicht rot, sondern weiß ist, heute vor allem am Wagram und Manhartsberg verbreitet. Der Grüne Veltliner hingegen ist am ehesten mit dem (ebenfalls weißen) Rotgipfler verwandt, das deutet auch seine frühere Bezeichnung Weißgipfler an.
Blaufränkisch 2002 (2) – Kontroverse Wahrnehmung und Fazit
November 10, 2007
Richtig spannend wurde es nach der Blindverkostung, als wir unabhängig voneinander unsere
bescheidenen Eindrücke zum Besten gaben. Ich vorneweg, um mich ja nicht nachträglich beeinflussen zu lassen, wozu war ich als Erster fertig? Aber schon bald kamen erste Zweifel auf, hatten die anderen wirklich die gleichen Weine im Glas? Mein Favorit im Glas Nummer 6 heimste gleich 3 letzte Plätze ein, hingegen lag die Nummer 3 überraschend gut im Rennen. Auch das Holzmonster im 2. Glas hatte erstaunlich viele Befürworter, mir stand die Trinkigkeit im Vordergrund. Ein Kontroll-Riechen an Nachbars Glas schloss Fehler beim Einschenken aus. Wenigstens beruhigten mich die beiden Veranstalter am Ende, die ähnlich wie ich, die Nr. 6, 4 und 1 vorne sahen.
Blaufränkisch 2002 (1) – Tücken einer Blindprobe
November 4, 2007
Ich bin überhaupt kein Freund von Blindproben, schließlich muss ich die Weine nicht unvoreingenommen bewerten sondern will sie genießen und in Erinnerungen schwelgen. Unlängst war es aber wieder soweit, einige Top-Blaufränkische aus 2002 standen bei einem Frankfurter Weinhändler an, das Panel war bekannt, und prompt verkommt die ernsthafte Probe zu einem heiteren Ratespielchen. Zumindest für mich, der ich fast alle Weine schon einmal im Glas hatte. Selber schuld.
Vor mir standen also 6 nummerierte Gläser gefüllt mit folgenden Weinen:
- ‘Mariental’ - Ernst Triebaumer
- ‘Point’ - Andi Kollwentz
- ‘Reihburg’ - Uwe Schiefer
- ‘Perwolff’ – Reinhold Krutzler
- ‘Alte Reben Lutzmannsburg’ - Moric / Roland Velich
- ‘Selection’ - Tesch
Spannung und Klasse war garantiert.

