Riesling von der Loire

April 10, 2008

Chenin blanc - zwischen Kult und Massenwein” lautet das Thema der diesmal von originalverkorkt veranstalteten Weinrallye. Chenin ist Weinrallyedie veilleicht zickigste aller weißen Rebsorten überhaupt, die bei entsprechendem Engagement im Weingarten große, ja Kultweine liefert, leider aber auch sehr viel nichtssagende Massenware, teils unter anderem Namen wie Steen in Südafrika bekannt. Mir geht’s aber um klassische Chenins von der Loire, die ich immer gerne mit Rieslingen vergleiche: beide Sorten sind ausgesprochen säurelastig, vertragen eine gute Portion Restzucker, ergeben mitunter grandiose Süßweine, reifen hervorragend und sind für mit ihrer oft puristisch-mineralischen Note die weißen Terroirweine schlechthin.

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Entdeckung aus dem Piemont

Februar 21, 2008

Es ist die Zeit der Weinpräsentationen, zuletzt waren die “Spitzenweine des Consorzio LogoPiemont zu Gast in Wiesbaden“. Auch wenn die ganz großen Namen wie Giacosa oder Gaja fehlten, versprachen bekannte Größen wie z.B. Fratelli Alessandria, Attilia Ghisolfi oder Punset viel Interessantes. Meine persönliche Entdeckungen waren hingegen 2 noch weniger bekannte Betriebe.

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Festtagssprudel

Dezember 18, 2007

“Alle Jahre wieder …” - es ist die Zeit der Besinnung, aber auch der Freude, und zu feiern gibt es auch genug. In meinem Fall nicht nur zu WeinrallyeWeihnachten und Neujahr, sondern gleich danach ohne Erholungspause die Geburtstage meiner beiden Töchter am 1. und 3. Januar. Da trifft es sich gut, dass Lars Breidenbach alias schreiberswein als Ausrichter der 6. Weinrallye zur Schaumweinrallye ruft und folgende Frage beantwortet haben möchte: “Mit welchem Schaumwein feiert ihr ins neue Jahr?”

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Keine Angst, jetzt folgt nicht die x-te Korkdiskussion, wer mag, kann sich hier auf “talk about wine” einklinken, aktuell geht’s wieder hoch her, auch aufgrund des einen oder anderen spitzen Kommentars meines Alter Egos, oder bei wein-plus zwar leicht gefärbte aber nicht uninteressante Fakten abholen. Fakt ist, um das leidige Thema “Kork” hier gleich abzuwürgen, dass ein, wenn auch kleiner Prozentsatz verkorkter Flaschen immer fehlerhaft sein wird, und auch der Schraubverschluss (Stelvin oder Stelvin+) als vernünftigste Alternative keine 100%-ige Fehlerfreiheitsgarantie bieten muss. Im Vergleich zu Korkfehlern ohne jegliche Vorwarnung sind die Risiken beim Alternativverschluss jedoch meist beherrschbar.

Zumindest für das Gros aller weltweit erzeugten Weine, die jung getrunken werden (müssen), hat der gute alte Naturkork keinerlei Berechtigung. Warum zögern trotzdem so viele Spitzenwinzer bei ihren besten Weinen mit der Umstellung oder setzen ganz bewusst weiter auf Kork?

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Runder Jahrgang

Oktober 22, 2007

Etikett Nussberg Ried Preussen 2006Einen runden Geburtstag feiert man gern mit guten Freunden und einem gleichaltrigen Wein. Was aber tun, wenn ausgerechnet dieser Jahrgang als Totalausfall für gute und haltbare Weine gilt, und zwar weltweit? Vielleicht mit Ausnahme von manchem Port oder Tokaji, die freilich nicht das Wahre für jemanden, der nicht als eingefleischter Fan von Süßweinen gilt, sind. Man liest an diesem Jubeltag seinen eigenen Wein, gewachsen auf heimatlichem Boden!

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“MustTaste Weiß unter 10 Euro” lautet also das Motto der 2. Etappe der Weinrallye, deren Organisation diesmal Thomas Günthers weinverkostungen.de übernommen hat. Auch Weinrallyewenn 10 Euro also Obergrenze für manchen Weinfreund eher wenig erscheint, soll nicht vergessen werden, dass 90 und mehr Prozent aller hier verkauften Weine nicht einmal die Hälfte kosten, Aldi & Co sei Dank. Man darf, ja muss also auch in diesem Segment Weine erwarten, die sich vom Supermarktramsch positiv abheben, die im Idealfall Herkunft, Winzer und Jahrgang, manche nennen es Terroir, widerspiegeln.

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Männlicher Wein

März 20, 2007

Ich verwende schon mal die Attribute männlich und weiblich beim Wein. Auch die alten Franzosen sprachen beim Bordeaux von “masculin” und beim Bourgogne von “féminin”. Nun, spätestens seit Parker & Co gilt diese Schubladisierung nicht mehr. Woran aber macht man einen männlichen Wein fest?

Ich Zidarich Vieworientiere mich da am ehesten an der Landschaft, ist diese rauh, mit schroffen Felsen und unwirtlichen Stürmen, oder eher lieblich, mit üppiger Vegetation und sanften Hügelzügen. Gar nicht selten findet man beides nebeneinander, auch im gleichen Betrieb. Apropos, die Schlußfolgerung weibliche Winzer erzeugen ebensolche Weine, ist falsch und irreführend, eher das Gegenteil ist der Fall, vielleicht, um gerade gegen dieses Vorurteil anzukämpfen.

Nun aber zu einem Prototyp eines männlichen Weins, Read the rest of this entry »

Blaufränkisch ein Leichtwein? Nein, leicht trinkbar, authentisch, vielschichtig, typisch eben, nicht mehr, aber auch nicht weniger, auch nicht von Milan Blaufränkisch am Eisenberg Kundera, sonst wär’ er ja “unerträglich”, soll er sein, wie er es früher einmal war. Vor Österreichs sogenanntem Rotweinwunder. Dieses ist hinlänglich bekannt, Namen wie ‘Salzberg’, ‘Mariental’ oder ‘Dürrau’ sind unter Weinkennern längst ein Begriff. Eine, manchmal auch eigenfinanzierte Vergleichsprobe mit renommierten Gewächsen jagte die andere, die Roten aus Österreich schafften es zu internationaler Anerkennung und in nie für möglich gehaltene prominente Preissegmente.

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In der Wachau wachsen die besten Weißweine der Welt. Davon ist man zumindest in Österreich felsenfest überzeugt. Seit Jahren und Jahrzehnten - sind’s gar schon Jahrhunderte? - werden Spitzer Graben, Ried Bruck mit Blick auf Viessling die in der Heimat längst zu Volkshelden aufgestiegenen Granden, die die Verantwortung freilich schon an die nächste Generation übergeben haben, in steter Regelmäßigkeit mit kritiklosem Lob überhäuft. Dabei wird vieles nicht besser, sondern schlechter, langweiliger, alkoholischer, teurer und austauschbarer. So gibt ein prominentes Vorstandsmitglied der Vinea Wachau, dessen Weine sich einst durch große Harmonie und moderaten Alkoholgehalt auszeichneten, auch unverblümt zu, dass den Markterfordernissen und Verlangen nach immer mehr Alkohol Rechnung getragen werden muss. Ob das dann alles noch mit Terroir zu tun hat?

Aber auch in der erzkonservativen Wachauer Winzerszene gibt es spannde Entdeckungen, hungrige Aufsteiger mit dem Trieb und Durchhaltevermögen, es den Arrivierten zeigen zu wollen. Einer dieser Außenseiter ist Josef Gritsch, auch bekannt als “Graben-Gritsch” Read the rest of this entry »

just in time (2)

April 2, 2006

Ganz anders als der Vorgenannte agiert da eines der wirklichen Deutschen Winzer-Urgesteine, dessen Weine meist erst nach einigen Jahren der Reife Trinkfreude bereiten und dessen größte Weine erst 6 (!) Jahre nach der Ernte freigegeben werden. Die Rede ist vom umtriebigen Bernd Philippi, Inhaber des Weinguts Koehler-Ruprecht in der Pfalz.

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