Georges Pretre 2008Auch das traditionelle Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker stand heuer ganz im Zeichen der sich bedrohlich nähernden Fußball-EM. Oder umgekehrt, wird man vielleicht in einem halben Jahr sagen. Um dessen künstlerischen Anspruchs ist’s ohnehin nur unwesentlich besser bestellt als um Taktik und Fußballkunst in der Alpenrepublik, ein nett anzusehendes bzw. anzuhörendes Freizeitgekicke, nicht mehr. Nur dass die perfekte Ausführung und mediale Einbettung in einen rot-weiß-roten Werbefilm über die Jahre zu einem weltweiten Erfolg geführt haben, der den heimischen Balltretern auch trotz Heimvorteil verwehrt bleiben wird.

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Festtagssprudel

Dezember 18, 2007

“Alle Jahre wieder …” - es ist die Zeit der Besinnung, aber auch der Freude, und zu feiern gibt es auch genug. In meinem Fall nicht nur zu WeinrallyeWeihnachten und Neujahr, sondern gleich danach ohne Erholungspause die Geburtstage meiner beiden Töchter am 1. und 3. Januar. Da trifft es sich gut, dass Lars Breidenbach alias schreiberswein als Ausrichter der 6. Weinrallye zur Schaumweinrallye ruft und folgende Frage beantwortet haben möchte: “Mit welchem Schaumwein feiert ihr ins neue Jahr?”

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Keine Angst, jetzt folgt nicht die x-te Korkdiskussion, wer mag, kann sich hier auf “talk about wine” einklinken, aktuell geht’s wieder hoch her, auch aufgrund des einen oder anderen spitzen Kommentars meines Alter Egos, oder bei wein-plus zwar leicht gefärbte aber nicht uninteressante Fakten abholen. Fakt ist, um das leidige Thema “Kork” hier gleich abzuwürgen, dass ein, wenn auch kleiner Prozentsatz verkorkter Flaschen immer fehlerhaft sein wird, und auch der Schraubverschluss (Stelvin oder Stelvin+) als vernünftigste Alternative keine 100%-ige Fehlerfreiheitsgarantie bieten muss. Im Vergleich zu Korkfehlern ohne jegliche Vorwarnung sind die Risiken beim Alternativverschluss jedoch meist beherrschbar.

Zumindest für das Gros aller weltweit erzeugten Weine, die jung getrunken werden (müssen), hat der gute alte Naturkork keinerlei Berechtigung. Warum zögern trotzdem so viele Spitzenwinzer bei ihren besten Weinen mit der Umstellung oder setzen ganz bewusst weiter auf Kork?

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Veltliner-Wirrwarr

November 27, 2007

Den Grünen Veltliner als Österreichs autochthone Roter VeltlinerHauptsorte mit ca. einem Drittel der Gesamtanbaufläche kennt man. Aber kennt man ihn wirklich? Genau genommen ist dies gar kein Veltliner, wie mich ein geschätzter Weinfreund hier in seinem Posting aufklärt. Der echte Veltliner ist nämlich der Rote Veltliner, der natürlich nicht rot, sondern weiß ist, heute vor allem am Wagram und Manhartsberg verbreitet. Der Grüne Veltliner hingegen ist am ehesten mit dem (ebenfalls weißen) Rotgipfler verwandt, das deutet auch seine frühere Bezeichnung Weißgipfler an.

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Richtig spannend wurde es nach der Blindverkostung, als wir unabhängig voneinander unsere Gute Blaufränkischebescheidenen Eindrücke zum Besten gaben. Ich vorneweg, um mich ja nicht nachträglich beeinflussen zu lassen, wozu war ich als Erster fertig? Aber schon bald kamen erste Zweifel auf, hatten die anderen wirklich die gleichen Weine im Glas? Mein Favorit im Glas Nummer 6 heimste gleich 3 letzte Plätze ein, hingegen lag die Nummer 3 überraschend gut im Rennen. Auch das Holzmonster im 2. Glas hatte erstaunlich viele Befürworter, mir stand die Trinkigkeit im Vordergrund. Ein Kontroll-Riechen an Nachbars Glas schloss Fehler beim Einschenken aus. Wenigstens beruhigten mich die beiden Veranstalter am Ende, die ähnlich wie ich, die Nr. 6, 4 und 1 vorne sahen.

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Frankfurter Beton

November 5, 2007

MesseturmVor mehr als 70 Jahren erfand der Österreicher Karl Rappan den “Schweizer Riegel”, die Italiener verfeinerten ihn später unter dem Namen “Catenaccio”, die ultimative Steigerung dieses Fußballs zum Abgewöhnen bot jetzt die Frankfurter Eintracht am Wochenende gegen das Starensemble von Bayern München. Schon die Aufstellung versprach geballte Defensive mit einer Fünferkette mit antiquiertem klassischem Libero, einem weitgehend defensiv ausgerichteten lauf-, kampf- und kratzstarken Mittelfeld, 2 Stürmern, die wenn überhaupt fast nur im eigenen Strafraum gesichtet wurden und 4 neuen Spielern ohne Spielpraxis, die wohl eigens für dieses eine Spiel geschont wurden. Die plötzliche Grippe der etatmäßigen Nummer 1 verhinderte immerhin den Doppeltorwart.

In nackten Zahlen sieht das dann so aus: 15:0 Torchancen, 17:2 Ecken, 38:5 Torschüsse (waren’s wirklich 5?), 34:3 Flanken, 63%:37% Ballbesitz. Alles pro Bayern. Endergebnis: 0:0!

Ich bin überhaupt kein Freund von Blindproben, schließlich muss ich die Weine nicht unvoreingenommen bewerten sondern will sie genießen und in Erinnerungen schwelgen. Unlängst war es aber wieder soweit, einige Top-Blaufränkische aus 2002 standen bei einem Frankfurter Weinhändler an, das Panel war bekannt, und prompt verkommt die ernsthafte Probe zu einem heiteren Ratespielchen. Zumindest für mich, der ich fast alle Weine schon einmal im Glas hatte. Selber schuld.

Vor mir standen also 6 nummerierte Gläser gefüllt mit folgenden Weinen:

Spannung und Klasse war garantiert.

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Wiener Beislkultur

November 1, 2007

In Wien kann man gut essen gehen. Sehr gut sogar, und zwar in allen Preislagen, Gasthaus Pontonivom einfachsten Beisl bis zur kreativen Sterneküche. (In Frankfurt tu’ ich mich vergleichsweise schwer, mehr als vielleicht drei Lokale guten Gewissens zu empfehlen.) Letzte Woche war’s wieder mal soweit, am Nationalfeiertag war ich mittags im Pontoni verabredet. Pontoni, das steht für Hard-Core Wiener Küche auf dem Weg zum Kult, ehrlich und puristisch ohne den leisesten Anflug von Schnickschnack in authentischem Ambiente.

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Hallo Wien - hallo Wein

Oktober 31, 2007

Design 3110Keine Sorge, das ist kein neues grooviges Design (gefällt’s denn?) und schon gar kein Zugeständnis an den mehr als unnötigen amerikanischen Gruselmonster-SchKommerz. Aber wenn schon “Halloween”, dann als eine Hommage an Wien und Wein. Morgen ist der Spuk vorbei.

Runder Jahrgang

Oktober 22, 2007

Etikett Nussberg Ried Preussen 2006Einen runden Geburtstag feiert man gern mit guten Freunden und einem gleichaltrigen Wein. Was aber tun, wenn ausgerechnet dieser Jahrgang als Totalausfall für gute und haltbare Weine gilt, und zwar weltweit? Vielleicht mit Ausnahme von manchem Port oder Tokaji, die freilich nicht das Wahre für jemanden, der nicht als eingefleischter Fan von Süßweinen gilt, sind. Man liest an diesem Jubeltag seinen eigenen Wein, gewachsen auf heimatlichem Boden!

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