Too much wine

August 1, 2006

Nicht selten träum’ ich davon, selbst Wein zu erzeugen. Wenn es so einfach wäre. Und außerdem gibt’s eh viel zu viel davon. Aber genau diesen Missstand sollte man sich jetzt zunutze machen. Also ran an die Subventionen, aber wie?

Ganz einfach, indem man beginnt, schlechten Wein zu erzeugen. Oder überschüssige Mengen in Süditalien und anderswo zusammenzukaufen. Ohne großartiges Engagement und Investment, Hauptsache die Menge stimmt. Die Regulierung der Überproduktion lässt sich die EU einiges kosten, nämlich die Kleinigkeit von 500 Millionen Euro im Jahr. Dafür, dass ich und andere jetzt keinen Wein mehr erzeugen, auch Stilllegungsprämien genannt. (Dabei sollten statt der Weinflächen besser die vielen schlechten Winzer „stillgelegt“ werden.) Oder diesen z.B. zu Industriealkohol verarbeite. Bei steigenden Ölpreisen gar nicht so dumm, „pack’ den Tiger Zweigelt in den Tank“, 60 Liter „Dornfelder bleifrei“ oder „Trebbiano Super-plus“ in nur einer Minute abdrücken, schon ist die nächste Einnahmequelle erschlossen.

Und mit diesem netten Nebenverdienst ausgestattet geht’s dann endlich ans richtige Weinmachen. Und zwar richtig guter und informativer Wein aus kleinen Erträgen. Um aktiv gegen die Überproduktion anzukämpfen. Das nennt man dann Quersubventionierung oder so ähnlich. Die haben sich schon was überlegt, die Experten in Brüssel!

5 Responses to “Too much wine”

  1. duni Says:

    Ich würde den Keller dazu irgendwo in Ostdeutschland errichten oder in einer andren strukturschwachen Region, dann gibts nochmal EU-Gelder für den Bau einer hightech-design-winery. Mußt ja nicht gleich jedem erzählen, dass Du ohne technischen Schnickschnack im Keller auskommen willst…
    Zweitens sollte, bevor noch der erste Tropfen Wein fließt, ein aufwendiges marketing-Konzept erarbeitet werden, auch die Beraterbranche will leben.

  2. pivu Says:

    Vielleicht sollt‘ ich mich vom feschen Leo Hillinger beraten lassen, was meinst?

  3. duni Says:

    Super Idee, dann aber auch mit allen Konsequenzen! (leicht bekleidete Modelphotos…)

  4. thvins Says:

    Ich wäre eher für Litauen oder Estland… statt Ostdeutschland… – die hiesigen 1 € – Jobber treiben sonst die Lohnkosten zu hoch… und litauischer Wein klingt schon wieder nach „Exoten zum Testen-Müssen“ – und unbedingt ins Hawesko-Programm aufnehmen lassen, da werden garantiert 95+/100 vergeben…

  5. pivu Says:

    Ein nicht zu unterschätzendes Problem für mein Geschäftsmodell sehe ich darin, dass selbst der gebildete Gourmand aus dem Ruhrpott Gefahr läuft, den weißen oder roten Litauer mit einem Brotaufstrich zum Bier zu verwechseln. „Kenn‘ ich schon, schmeckt würzig, nach Paprika.“ Und schon ist’s um den Exotenstatus geschehen.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

  • @pivu on twitter

  • %d Bloggern gefällt das: