Österreich und die EM (1) – Klein aber Fein?

August 14, 2006

Während in Spanien, Italien oder England weiterhin Sommerpause herrscht, hat in Fußballdeutschland endlich wieder die Bundesliga begonnen. Anderswo hingegen sind die nationalen Meisterschaften schon längst in vollem Gang, auch um den kräftezehrenden Samstag-Mittwoch-Samstag-Rhythmus bewältigen zu können. Scheinbar unbemerkt laufen nämlich bereits seit Wochen die Qualifikationsrunden für Champions League und UEFA-Cup, und in dieser Zeit sind Länder wie Luxemburg, Liechtenstein und auch Österreich noch international vertreten.

So traten in der 2. Qualifikationsrunde zum UEFA-Cup (oder war’s schon die 3. oder die Finalrunde vom UI-Cup?) für den künftigen EM-Gastgeber die beiden renommierten Vereine, die SV Ried, pardon SV Josko Fenster Ried, und der SV Mattersburg, der natürlich richtig SV Bauwelt Koch Mattersburg heißt, an. Beide Dörfer Städte liegen in the middle of nowhere, die eine näher zu Deutschland, die andere näher zu Ungarn, bei Durchsicht der Mannschaftsaufstellungen beide viel weiter östlich.

Auch die WM-Begeisterung aus dem Nachbarland scheint übergeschwappt zu sein, so verfolgten das Hinspiel in Ried handgezählte 3.100 Zuschauer. Der Heimvorteil („Josko vor, noch ein Fenster“) ist nämlich schon viel wert. Ein rotwürdiges Foul (ein Rieder Spieler attackierte den Gegner in Zidane-Manier, nur nahm er das Knie statt den Kopf, das ist effektiver) bewertete der fachkundige Kommentator wie folgt: „Ein Foul war’s wohl, aber man müsse zeigen, wer Herr im Haus ist“. Der Schiri aus Malta sah nicht mal das, aber die Rieder brauen auch wirklich ein gutes Bier. Mattersburg wich gar nach Wien aus (Motto: „Happel- statt Pappelstadion“), um dem enormen Zuschauerandrang von 8.000 Zuschauern, darunter die Hälfte aus Polen, gerecht werden zu können. Auf einen mittelburgenländischen Sportplatz hätten sich vielleicht 2.000 Fans verirrt.

Beide Spiele endeten übrigens Unentschieden. So wie das gestrige Spitzenspiel dieser beiden Mannschaften gegeneinander in der österreichischen Bundesliga. Ein Heimsieg und Mattersburg wäre gar Tabellenführer geworden, nach immerhin schon 5 Runden.
tbc

3 Responses to “Österreich und die EM (1) – Klein aber Fein?”

  1. Bernhard Says:

    Über die Qualität des österreichischen Fußballs kann man sicher diskutieren. Nicht diskutieren kann man aber darüber, daß Mattersburg weder geografisch noch politisch im Mittelburgenland liegt und daß Mattersburg den höchsten Besucherschnitt der Bundesliga hat, noch vor den Wiener Traditionsvereinen Rapid und Austria.

    Wenn schon Häme, dann bitte wenigstens sorgfältig recherchiert.

  2. pivu Says:

    Sorry Bernhard, wenn Du Dich als offensichtlicher Fan des SVM angegriffen fühlst (was musste ich mir als Tifoso im Feindesland zuletzt alles anhören), Fakt ist aber, dass Mattersburg seinen 1. (?) internationalen Auftritt deshalb nach Wien verlegte, weil ins Pappelstadion nur 2.000 Zuschauer gekommen wären (O-Ton Premiere) – warum eigentlich, Auflagen der UEFA? -, und dass das Zuschauerinteresse in der österreichischen Bundesliga insgesamt sehr bescheiden ist. BTW, wieviele Zuschauer kommen im Schnitt zu Euren Heimspielen, gestern waren’s immerhin 7.700.

  3. Bernhard Says:

    Sorry pivu, Fußball ist mir relativ wurscht. Aber Ordnung muß sein😉 .

    Leider habe ich nur Zahlen aus dem Jahr 2003 aufgetrieben: „Dass der SVM mit einem Schnitt von 9.798 pro Spiel um 4.715 Besucher mehr begrüßt als der österreichische Meister…“

    Das war vermutlich in der Aufstiegseuphorie. Aber die Zahl von 7.700 im UEFA-Cup wird nicht viel höher sein, als die aktuellen Zuschauerzahlen bei normalen Bundesligaspielen. Wie ich gelesen habe, ist man mit der Besucherzahl in Wien auch nicht wirklich zufrieden.

    Warum ins Pappelstadion nur 2000 gekommen wären entzieht sich meiner Kenntnis. Es könnte tatächlich an UEFA-Auflagen liegen.


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