Weiß statt Rot

August 21, 2006

Ich trinke gerne Weißwein. Guten, sehr guten Weißwein. Nicht nur im Sommer, auch im Winter. Und auch mal zu Steak, Gans & Co, warum nicht, wenn er dagegenhalten kann. Ähnlich wie Rotwein karaffiert und nur leicht gekühlt. Und auch aus ökonomischen Überlegungen.

So kosten die besten trockenen Weißweine dieser Welt selten mehr als 30,- €, manchmal sogar deutlich weniger. Unkopierbare, authentische Rieslinge von der Mosel von Reinhard Löwenstein‚Uhlen ‚Laubach“ (23,-) oder ‚Uhlen ‚Rothlay“ (25,-) – oder präzise Grand Crus von der Saar von Newcomer van Volxem ‚Volz‘ (18,-) und ‚Altenberg Alte Reben‘ (28,-) -, universelle Grüne Veltliner aus der Wachau – ‚Kellerberg‘ von FX (28,-) oder ‚Hochrain‘ von Rudi Pichler (20,-) -, erstaunlich haltbare Sauvignons und Lagencuvées aus der Südsteiermark von Sepp MusterSauvignon blanc ‚Graf‘ (16,-) oder ‚Sgaminegg‘ (25,-) -, manchmal auch verrückte Sachen wie maischevergorene Kunstwerke aus dem italienisch-slowenischen Karst von Benjamin Zidarich (16,-) oder den beiden Vodopivec’. Und auch die genialen Chardonnays aus dem kühlen Santa Barbara von Jim Clendenen ‚Sanford & Benedict‘ (26,-) – brauchen den Vergleich mit den auch in der Breite einzig teuren weißen Gewächsen weltweit, den großen Burgundern von der Côte de Beaune, nicht zu scheuen, wie dieses Beispiel zweier unlängst blind verkosteter 96er zeigt.

Qualitativ vergleichbares in Rot, also die jeweils absolute Spitze, gibt’s oft erst, wenn man eine Null dranhängt. Also eine FlascheCh. Margaux statt 10 Flaschen Smaragd von FX & Co. Manchmal auch für deutlich mehr, wenn man die perverse Primeur-Kampagne der 05er in Bordeaux als Maßstab nimmt. Irgendwie strange. Aber stören tut’s mich nicht wirklich.

One Response to “Weiß statt Rot”

  1. pivu Says:

    Quasi als Bestätigung meiner Überlegungen erreichte mich unlängst folgende Mail eines sehr geschätzten Winzers: „Gestern abend zeigte ich den ‚XXX 2005‘ (Weißwein) in kleiner weinverliebter Runde nach einem knappen Dutzend großer HERRLICHER Burgunder wie Armand Rousseau ‚Clos du Roi‘ von 1989 leckerleckerlecker!!! und Rousseaus 90er ‚Chambertin‘, anschließend dann einen leckeren 82er ‚Ausone‘, der sich aber mit dem darauffolgenden 2005er ‚XXX‘ schwer tat. […].“ Der ‚XXX‘ kostet weniger als 20,- und damit einen Bruchteil des ‚Ausone‘!


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