Fußball verrückt

Oktober 18, 2007

Der gestrige Mittwoch hatte es wahrlich in sich und war reich an Überraschungen. Mein Boss aus England sagte einmal: „When Greece is able to become European champion, anything is possible.“ Am Ende wird also Österreich Europameister, aus der Ferne beobachtet von Fußballgrößen wie England oder Frankreich. Aber der Reihe nach.

England, Mutterland des Fußballs und zuletzt fünfmal in Serie 3:0 erfolgreich, verlor in Moskau nicht nur das Spiel sondern ziemlich sicher auch seinen Platz bei der EM-Endrunde. In Russland ist eben alles größer, auch der eigene Strafraum, zumindest in den Augen des spanischen Unparteiischen. Oder dieser war ein besonderer Freund von Wodka und Kaviar. Auch der zweite hoffnungsvolle Vertreter von der Insel, die Überflieger aus Schottland, verlor unerwartet in Georgien, wo die Heimmannschaft übrigens mit zwei 17-jährigen antrat. Der eine schoss das 1:0, der andere behielt die weiße Weste. Was für ein Glücksgriff des deutschen Trainers Klaus Toppmöller, der ja auch schon bei der Eintracht in den 90ern „Fußball 2000“ zelebrieren ließ („Bye bye Bayern“). Ein anderes deutsches Trainerurgestein, Rehakles 1. von Athen, sicherte seinen Hellenen hingegen endgültig die Teilnahme und damit die Chance zum erneuten Titelgewinn, dank eines Treffers des Frankfurter Kapitäns Amanatidis, sein erstes Tor für die Nationalmannschaft übrigens. Und das ausgerechnet in Istanbul beim Lieblingsfeind Türkei, dem nach der gescheiterten WM-Teilnahme wieder nur die Zuschauerrolle droht. Und auch das vorzeitig zum EM-Favoriten gestempelte deutsche Team bewies mit einem sang- und klanglosen 0:3 gegen die Altherrenmannschaft aus Tschechien, dass jedes noch so gute System ohne geeignetes Spielermaterial wertlos ist. Vielleicht hatte ich hier mit meinen Vermutungen ja nicht ganz unrecht? Wenigstens muss man jetzt nicht in den gleichen Lostopf wie Österreich, die Schweiz oder Griechenland, das verstehe ohnehin wer will.

Und auch 2 Underdogs ließen aufhorchen: während für Liechtenstein der EM-Zug trotz eines klaren 3:0 gegen Island abgefahren ist, gelang Österreich nach 9 sieglosen Spielen in Serie mit einem 3:2 gegen die Elfenbeinküste der erste Erfolg seit langem. Die „elephants“ unter Uli Stielike traten mit einem track-record von immerhin 6 Siegen und 2 Unentschieden bei 18:0 Toren an, wundern tät’s mich nicht, wenn der friendly Gastgeber bis zum EM-Sommer noch in die Favoritenrolle gedrängt wird. Im ersten Lostopf ist man ja schon.

One Response to “Fußball verrückt”

  1. Michael Says:

    Ich tipp‘ ja auf Rumänien als Europameister. Das wär‘ auch keine große Überraschung, im Gegenteil, sie gehören zum Favoritenkreis. Den in der UEFA-Wertung davor liegenden Nationen wie England und Italien oder Frankreich droht das frühe Ausscheiden.


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