Imagewandel

Januar 15, 2008

Sonderbare Dinge geschehen derzeit bei Eintracht Frankfurt, das zumindest mag man als Außenstehender meinen. Erst schnappt man niemand Geringerem als Juventus Turin mit Martin Fenin das größte tschechische Sturmtalent weg und tätigt damit den bisherigen Rekordtransfer der Vereinsgeschichte, dann führt ein atemberaubender Verhandlungsmarathon zur ähnlich teuren Verpflichtung des brasilianischen Jungstars und „Ballack-Doppelgängers“ Caio, der bei meiner Roma und ebenfalls den „Bianco-Neri“ im Gespräch war. Und die Einkaufstour ist noch nicht zu Ende, ein Stürmer von internationalem Format wird noch gesucht.

Lang ist’s nicht her, als die einstige Diva vom Main sich mit halbseidenen Figuren in der Vereinsführung umgab, finanziell desaströse Transfers tätigte, einen Trainer nach dem anderen feuerte, um beinahe pleite und ohne Lizenz als graue Maus in der 2. Liga aufzuwachen. Nur mühsam schaffte man den Anschluss an andere Fahrstuhlmannschaften, die Jahr für Jahr ums Überleben kämpfen und Abstieg und Aufstieg unter sich ausmachen. Nach 3 Jahren ist wohl auch diese Schlacht geschlagen und man findet sich im etablierten Mittelfeld der Bundesliga wieder. So ganz nebenbei wurde der Schuldenberg abgebaut und ein zweistelliger Millionenbetrag erwirtschaftet. Und dieser wird nun zielgerichtet investiert, um im „modernen Städtekampf“, wie es der kühl kalkulierende Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen bezeichnet, bestehen zu können, und nicht etwa die Qualifikation für einen internationalen Bewerb anzustreben. Noch nicht, prophezeie ich mal, denn es wird weiter gut gewirtschaftet.

Aber was sind schon 8 Millionen Transfergelder im Vergleich zum geschätzten Jahressalär des Übungsleiters Chefcoaches in spe beim Branchenkrösus. Und gerade dort wird für andere Bankdrücker noch viel mehr Geld vernichtet.

4 Responses to “Imagewandel”

  1. weinfidél Says:

    ob da „gar e mänt“ (schwiizerdütsche Alt-Slang für „möglicherweise“) ein schweizerisches Urgestein so was wie eine Beraterfunktion inne hat? Vom Tempo her und der nicht zu übersehenden Kontinuität, dem „Schritt auf Schritt“ Konzept, das Ganze ohne Klotzerei à la die „Königlichen“ und auch ohne Kreditorenmanagement, irgendwie wirkt das Ganze typisch schweizerisch standfest und gundsolid. Anders gesagt, langsam entwickle (typ. schweizerisch?!) sogar ich richtig Sympathie für diese Eintracht😉

  2. pivu Says:

    „Sympathie für die Eintracht“ – am Spiel kann’s aber nicht liegen, gell, hast Du diesen Grottenkick zwischen Trüffeln und Barolo schon vergessen? Aber vielleicht liegt’s ja am neuen Glamour-Faktor, egal ob’s die blonde, sonnenbebrillte Begleiterin vom neuen Star Caio, Bruna Umann, ein Name, der Assoziationen an Uma Thurman oder Carla Bruni weckt, oder die Liaison des Mannschaftskapitäns mit dem griechischen Superstar Maro Litra ist? Wer braucht da Sylvie van der Vaart?

  3. Dirk Says:

    Hmm, ich bin ja befangen als Nordlicht, aber Werder Bremen verfolgt doch auch ein „Schritt auf Schritt“ Konzept ohne Klotzerei, muss jährlich Abwanderungen von Leistungsträgern verkraften, wenn auch nicht zu den „Königlichen“, so doch den „Königsblauen“ oder zum Branchenkrösus. Und trotzdem gibt es selten Grottenkicks zu sehen …


  4. […] der Fall bei Ümit Korkmaz, der allerdings für ähnliche Aufregung in Fußball-Österreich sorgt. Wieder einmal einen wahrlich großen Coup meinte Eintracht Frankfurt gelandet zu haben, als es ihr in einer […]


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

  • @pivu on twitter

  • %d Bloggern gefällt das: