Entdeckung aus dem Piemont

Februar 21, 2008

Es ist die Zeit der Weinpräsentationen, zuletzt waren die „Spitzenweine des Consorzio LogoPiemont zu Gast in Wiesbaden„. Auch wenn die ganz großen Namen wie Giacosa oder Gaja fehlten, versprachen bekannte Größen wie z.B. Fratelli Alessandria, Attilia Ghisolfi oder Punset viel Interessantes. Meine persönliche Entdeckungen waren hingegen 2 noch weniger bekannte Betriebe.

Das sind zum einen die Weine der Brüder Marco und Vittorio Adriano, die ich gleich zu Beginn versuchte und die bis zuletzt den Maßstab darstellten. Insbesondere der Vergleich der beiden Barbaresci aus dem großen Jahr 2004 (ähnlich 1999) war hochspannend und bestätigte den Triumph der Herkunft vor dem Betriebsstil eindrucksvoll. Schon Adriano - Due Barbaresci im Zalto Pinotdas transparente Granatrot mit orangen Aufhellungen am Rand des Barbaresco DOCG deutet auf eine vorbildhaft traditionelle Machart hin. Sehr floral-würzig in der Aromatik, im Mund verspielt, fast sexy, besticht dieser Nebbiolo bis zum Abgang durch große Harmonie und verbreitet anspruchsvollen Trinkspaß. Ganz anders der (in meinem Lieblingsglas von Zalto abgebildete) Barbaresco DOCG ‚Basarin‘ aus jungen Reben einer 40%-steilen Einzellage. Wesentlich dichter in der Farbe, zeigt die sehr fokussierte und kühle Nase anfangs rote Beeren und steinige Noten, die mit aufkommender Würze bereichert werden. Am Gaumen erfrischend mineralisch und präzise, elegant und muskulös zugleich, eine geballte Tanninladung verspricht großes Potenzial.

Zum anderen sind es die Gewächse von Castello di Verduno aus dem Barolo und Barbaresco, die es mir angetan haben. Vor allem, wenn man ihnen genügend Luft und Zeit gönnt, um den betriebstypischen Stinker abzulegen. So war auch der für mich beindruckendste Wein im ganzen Saal der Barolo DOCG ‚Monvigliero‘ aus 2001, einer Einzellage in Verduno mit über 30-jährigen Reben. Im Glas klassisches Rubinrot mit bräunlichem Einschlag, sehr komplexe Nase nach Waldbeeren und Herbstlaub, am Gaumen ausgesprochen dicht, kraftvoll und salzig. Ein hervorragend strukturierter, vibrierender und lange anhaltender Barolo mit großem Charakter.

Die genannten Weine sind hierzulande noch kaum präsent und zu Ab-Hof-Preisen von teilweise deutlich weniger als 20,- € echte Trouvaillen. Beide Betriebe überzeugen auch mit stimmigen Einstiegsweinen aus autochthonen Rebsorten, die nachhaltig beweisen, dass Italiens prestigeträchtigste Weinbauregion mehr als Nebbiolo und Barbera zu bieten hat. Sowohl der kristallklare, an einen Gebirgsbach erinnernde floral-pfeffrige Verduno Pelaverga DOC ‚Basadone‘ als auch Adrianos fruchtig eleganter Dolcetto d’Alba aus aktuellem Jahrgang zeigen Charakter und brauchen sich nirgendwo zu verstecken.

Bildquellen: Consorzio Tutela Barolo Barbaresco Alba Langhe e Roero, Castello di Verduno

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