Bayerische Konsequenz

Oktober 3, 2008

Das ist wenigstens konsequent: nach der jüngsten Wahlschlappe, die gleichzeitig den Verlust der jahrzehntelang Beckstein & Hubergenossenenen absoluten Mehrheit kostete, zogen der CSU-Vorsitzende Erwin Huber und der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein ihren Hut. Und den Schuldigen für die schwere Wahlniedelage hat die erfolglose Doppelspitze auch gleich ausgemacht, nämlich deren Vorgänger Edmund Stoiber, dessen letztes Landtagsergebnis viel zu gut ausgefallen sei! Oder meinten sie gar das bayerische Urgestein Franz-Josef Strauß? Erstaunlich, dass solcher Scharfsinn der beiden Dickschädel jugendlichen Volldynamiker noch immer mit 43% aller Wählerstimmen belohnt wird, fast schon ein Anachronismus im demokratischen Europa, wie das Beispiel der am gleichen Tag stattgefundenen Nationalratswahlen im benachbarten Österreich zeigt.

Dort erlitt die ehemalige Großpartei ÖVP mit einem Wählerrückgang auf nur mehr 26% ein noch viel schlimmeres Debakel. Viel zu spät zog man die Konsequenz und überzeugte Langweiler Wilhelm Molterer von dessen Rücktritt. Besseres Timing bewies da der Regierungspartner SPÖ, der seinen Zufalls-Bundeskanzler gerade noch rechtzeitig entsorgte, um aus fast aussichtsloser Position mit Strahlemann Werner Faymann den Wahlkampf zu bestreiten.

Apropos Strahlemann und zurück nach Bayern: wann wirft eigentlich Jürgen Klinsmann das Handtuch? Ob der Sunnyboy auch seinen erfolgsverwöhnten Vorgänger Otmar Hitzfeld für die derzeitige Bayernkrise verantwortlich macht? Und welche Ausrede hätte dann der derzeit wohl erfolgloseste Trainer im deutschen Profifußball Marco Kurz vom verhassten Lokalrivalen? Die Zeiten der ehemaligen Löwenbändiger Max Merkel oder Gyula Lorant sind schließlich lange vorbei.

Bildquelle: Süddeutsche

One Response to “Bayerische Konsequenz”

  1. Michael Says:

    Marco Kurz hat heute grad noch den Kopf aus der Schlinge bekommen. Aber vielleicht ist ja Holger Fach bei den Augsburgern bald Geschichte. Und der Nürnberger Lehrling Michael Oenning könnt‘ auch bald seinem Meister Thomas von Heesen folgen. Es tut sich was im (Frei)Staat Bayern.


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