Gruftie 2.0

März 22, 2009

Gerade gibt’s wieder Regelkunde im sonntäglichen Doppelpass. Einzig Trainer-Legende Udo Lattek meint wissen zu müssen, wann Elfmeter gepfiffen wird und hat damit genauso unrecht wie die allwissenden Premiere-Kommentatoren tags zuvor. Eine andere Fußball-Ikone wie „Kaiser“ Franz Beckenbauer beklagte sich unlängst wiederholt über besser stehende Linienrichter, die es seit knapp 20 Jahren nicht mehr gibt. (Die sogenannten Schiedsrichterassistenten sind vollwertige Schiedsrichter.) Und der abtretende Manager Ulli Hoeneß wertet eine klare Tätlichkeit von Franck Ribéry als „Fußball und nicht Kindergarten“. Vielleicht sollten sich diese Bayern-Urgesteine künftig nur mehr ihren Kernkompetenzen wie Schnaps, Wurst oder Golf widmen.

Auch in der Weinwelt scheint jetzt dem langjährigen Print-Journalisten Rudolf Knoll die eine oder andere unglückliche Äußerung zum Thema „Kultweine“ in der aktuellen Vinum zum Verhängnis zu werden. Erst greift er die „Spinner in ihren Wein-Blogs“ – danke fürs Kompliment – frontal an, danach spricht er ziemlich despektierlich über zwei polarisierende Rieslinge von Peter Jakob Kühn („Ausser Gerbstoff spür‘ ich nicht sehr viel auf der Zunge“), die neue Wege wagen und zumindest spannender als die meisten anderen aus dem kultigen Rheingau sind. Der armselige Versuch, mit diesem Statement „auf Feindesboden“ noch etwas zu retten, macht’s nur noch schlimmer.

Dabei gibt’s durchaus in Ehren ergraute Beispiele, die sowohl in der Fußball- als auch in der Weinwelt als Vorreiter der neuen Medien angesehen werden können. Wenn sie dann auch auf das übliche „Du“ im Web 2.0 Zeitalter übergehen würden oder nicht immer alles bierweinernst nehmen würden.

One Response to “Gruftie 2.0”


  1. Vor allem, dass Herr Knoll dann plötzlich behauptet der Artikel über den „Kultwein Faberrebe“ sei in dem Weinblog nachträglich gelöscht worden, schlägt dem Fass den Boden aus. Er existierte einfach nie. So etwas nennt sich dann Weinjournalist. Offensichtlich ist er unfähig zur Internetrecherche. Zudem kann er seine Behauptungen nicht belegen. Seriöser Journalismus sieht anders aus. Und einfach blind Leute zu beleidigen gehört auch nicht in ein Weinmagazin. Das hätte auch der Chefredaktion auffallen müssen. Aber offensichtlich sind die bei der Vinum derzeit mit anderen Problemen beschäftigt.


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