Reinhard Löwenstein und Conny präsentierten vorletztes Wochenende den aktuellen Jahrgang. 2007 wohlgemerkt. Die komplette Serie war begeisternd wie immer, was sag‘ ich, es ist die durchgängig beste Kollektion, die Reinhard jemals auf die Flasche gebracht hat. Groß sind der wie immer subtile ‚Uhlen Laubach‚ (94), ein Montrachet von der Terrassenmosel, und der kompakte ‚Uhlen Rothlay‚ (94+), flüssig-mineralisches Rhabarber-Quittengelée vom stolzenbergfeinsten. Besonders angetan hat es mir diesmal aber ein anderer Wein, ein Wein, der polarisieren wird, der so etwas wie das schwarze Schaf der famosen Kollektion darstellt: der ‚Stolzenberg‚! Schon 2005 war dieser damals zu Unrecht unterschätzte Wein einer meiner Jahrgangsfavoriten, 2006 fiel er den Witterungsverhältnissen zum Opfer, um 2007 wieder zu kommen, mit eigenem, anderem und damit unverwechselbaren Profil. Ein Profil, das Reinhard beiden Weinen von Hatzenport erst nach und nach angedeihen ließ.

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Der Oggau-Clan

April 1, 2009

Originaltitel: Gut Oggau (Wimmer)
Animation, Burgenland 2007, FSK 18 (ausgen. Frankreich und Dunstkreis Sabine Bätzing – Vorsicht Suchtgefahr)

DARSTELLER: Bertholdi (Blaufränkisch ‚Eisner‘), Mechtild (Grüner Veltliner); Timotheus (WB / GV), Emmeram (GT), Joschuari (BF / CS / ME), Wiltrude (sweet dreams); Theodora, Winifred, Atanasius
gruppenfoto1REGIE: Eduard Tscheppe und Stephanie Tscheppe-Eselböck, mit freundlicher Unterstützung von Frank John
AUTOR: Eduard Tscheppe und Stephanie Tscheppe-Eselböck
MUSIK: nach Lust und Laune
KAMERA: traditionell Schwarz-Weiß, wie gemalt
KATEGORIE: demeter, einzigartig
PRÄDIKAT: besonders wertvoll

Ist das die Antwort auf den Winzerkönig aus dem benachbarten Rust? Ähnlich wie es damals die Riposte aus Denver nach Dallas war ? Kommt hier die nächste Soap-Opera vom Neusiedlersee um Wein, Weib und Betrug auf uns zu? Eine wahrlich schräge Serie voller Intrigen und Affären erwartet uns.

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Blaufränkisch vs Lemberger, reizvoll und doch langweilig zugleich, noch immer gingen die Burgenländer bei solchen Vergleichen Blaufränkisch und Lemberger 0902als Sieger hervor, auch ohne „AuWi„-Doping. Auch deshalb war ich gegen eine weitere Auflage einer solchen Blindprobe eines befreundeten Weinhändlers, vielmehr interessierte mich der eine oder andere ausgewählte Vertreter aus Deutschland im kritischen und nachhaltigen Vergleich mit einem Referenzwein aus Österreich. Letztendlich verkosteten wir aus Baden eine Vertikale (05, 06, 07) des ‚Lemberger‘ von Zalwander und den ‚Thymos‘ von Alexander Laible aus Baden, aus Burgenland den burgundischen ‚Neckenmarkter‘ von Moric und den bordeauxhaften ‚Oberer Wald‘ von ET, jeweils aus 2006.

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Weinklassifikation verkehrt

Dezember 29, 2008

Angeregt durch diesen Beitrag über „Teure Tafelweine“ fällt mir ein, dass a) gar nicht wenige meiner deutschsprachigen Lieblinge Tafel- oder Landweine sind, und b) diese Weine meist auch teurer als viele klassifizierte Gewächse sind, und das zurecht. Über die von Thomas Günther genannten Ausnahmeweine des Pfälzers Bernd Philippi wurde auch auf diesem Blog schon ausführlich berichtet. Die ebenfalls als vini di tavola klassifizierten Super-Tuscans, die den Einzug nicht klassifizierter Gewächse in höherpreisige Segmente erst ebneten, will ich in dieser Betrachtung ausdrücklich ausschließen.

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Bienvenido Ossian

November 11, 2008

Mit der Kreation eines neuen Weins ist’s wie mit der Geburt eines neuen Erdenbürgers oder auch dem Launch eines neuen Autos: zum nachhaltigen Erfolg gehört auch ein einprägsamer Name. Der visionäre Javier Zaccagnini, der diese Übung schon einmal durchlief und für dessen formidablen Rotwein aus Ossian 2005Ribera del Duero mit Alvar Aalto einer der besten Architekten Spaniens Pate stand, war bei seinem neuesten sehr ambitionierten Weißweinprojekt erneut am Grübeln. Ein lokal, in Nieva, Rueda verankerter Begriff sollte es sein, was jedoch daran scheiterte, dass sämtliche in Frage kommende Begriffe bereits geschützt waren. Genausowenig wie dieses vergleichbare Festhalten an Familientradtionen führte das symbolische Wälzen in Namensführen zum erhofften Geistesblitz. Bis ihm sein Partner Ismael Gozalo einen Namen aus der nordischen Mythologie vorschlug, über den er beim abendlichen Vorlesen für seine beiden Söhne gestolpert war. Zur Überraschung aller wurde der Begriff sofort registriert, ‚Ossian‘ war geboren. War Javier anfangs noch alles andere als begeistert darüber, beginnt er sich jetzt nach mittlerweile drei Jahren mit der eher zufälligen Namensgebung langsam anzufreunden.

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Als vor ca. 5 Jahren Roland Velich mir gegenüber selbstbewusst von Blaufränkisch als große Rebsorte sprach, schob ich das noch einem übertriebenen Patriotismus zu, ähnlich dem der alpenländischen Hoffnungen auf einen Erfolg bei der gerade stattfindenden EM. Seine Moric-Weine freilich überzeugten mich von Beginn an, vielleicht mit Ausnahme des schwierigen Jahrgangs 2005. Ähnlich argumentierte kein Geringerer als Dirk van der Niepoort, der vor knapp 2 Jahren Blaufränkisch mit Pinot Noir verglich, und ich danach die Leichtigkeit des Blaufränkisch‘ entdeckte. Diese Stilistik fand in den letzten Jahren immer mehr Nachahmer und seinen vorläufigen Höhepunkt in einer gemeinsamen Präsentation herkunftsbezogener Weine vor knapp zwei Wochen in der Wiener Hofburg: 17 Weingüter stellten 17 verschiedene Blaufränkisch-Lagen vor, wobei jeweils Fassproben aus 2007 gezeigt wurden.

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Riesling von der Loire

April 10, 2008

Chenin blanc – zwischen Kult und Massenwein“ lautet das Thema der diesmal von originalverkorkt veranstalteten Weinrallye. Chenin ist Weinrallyedie veilleicht zickigste aller weißen Rebsorten überhaupt, die bei entsprechendem Engagement im Weingarten große, ja Kultweine liefert, leider aber auch sehr viel nichtssagende Massenware, teils unter anderem Namen wie Steen in Südafrika bekannt. Mir geht’s aber um klassische Chenins von der Loire, die ich immer gerne mit Rieslingen vergleiche: beide Sorten sind ausgesprochen säurelastig, vertragen eine gute Portion Restzucker, ergeben mitunter grandiose Süßweine, reifen hervorragend und sind für mit ihrer oft puristisch-mineralischen Note die weißen Terroirweine schlechthin.

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