Weinklassifikation verkehrt

Dezember 29, 2008

Angeregt durch diesen Beitrag über „Teure Tafelweine“ fällt mir ein, dass a) gar nicht wenige meiner deutschsprachigen Lieblinge Tafel- oder Landweine sind, und b) diese Weine meist auch teurer als viele klassifizierte Gewächse sind, und das zurecht. Über die von Thomas Günther genannten Ausnahmeweine des Pfälzers Bernd Philippi wurde auch auf diesem Blog schon ausführlich berichtet. Die ebenfalls als vini di tavola klassifizierten Super-Tuscans, die den Einzug nicht klassifizierter Gewächse in höherpreisige Segmente erst ebneten, will ich in dieser Betrachtung ausdrücklich ausschließen.

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Keine Angst, jetzt folgt nicht die x-te Korkdiskussion, wer mag, kann sich hier auf „talk about wine“ einklinken, aktuell geht’s wieder hoch her, auch aufgrund des einen oder anderen spitzen Kommentars meines Alter Egos, oder bei wein-plus zwar leicht gefärbte aber nicht uninteressante Fakten abholen. Fakt ist, um das leidige Thema „Kork“ hier gleich abzuwürgen, dass ein, wenn auch kleiner Prozentsatz verkorkter Flaschen immer fehlerhaft sein wird, und auch der Schraubverschluss (Stelvin oder Stelvin+) als vernünftigste Alternative keine 100%-ige Fehlerfreiheitsgarantie bieten muss. Im Vergleich zu Korkfehlern ohne jegliche Vorwarnung sind die Risiken beim Alternativverschluss jedoch meist beherrschbar.

Zumindest für das Gros aller weltweit erzeugten Weine, die jung getrunken werden (müssen), hat der gute alte Naturkork keinerlei Berechtigung. Warum zögern trotzdem so viele Spitzenwinzer bei ihren besten Weinen mit der Umstellung oder setzen ganz bewusst weiter auf Kork?

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Männlicher Wein

März 20, 2007

Ich verwende schon mal die Attribute männlich und weiblich beim Wein. Auch die alten Franzosen sprachen beim Bordeaux von „masculin“ und beim Bourgogne von „féminin“. Nun, spätestens seit Parker & Co gilt diese Schubladisierung nicht mehr. Woran aber macht man einen männlichen Wein fest?

Ich Zidarich Vieworientiere mich da am ehesten an der Landschaft, ist diese rauh, mit schroffen Felsen und unwirtlichen Stürmen, oder eher lieblich, mit üppiger Vegetation und sanften Hügelzügen. Gar nicht selten findet man beides nebeneinander, auch im gleichen Betrieb. Apropos, die Schlußfolgerung weibliche Winzer erzeugen ebensolche Weine, ist falsch und irreführend, eher das Gegenteil ist der Fall, vielleicht, um gerade gegen dieses Vorurteil anzukämpfen.

Nun aber zu einem Prototyp eines männlichen Weins, Den Rest des Beitrags lesen »

just in time (2)

April 2, 2006

Ganz anders als der Vorgenannte agiert da eines der wirklichen Deutschen Winzer-Urgesteine, dessen Weine meist erst nach einigen Jahren der Reife Trinkfreude bereiten und dessen größte Weine erst 6 (!) Jahre nach der Ernte freigegeben werden. Die Rede ist vom umtriebigen Bernd Philippi, Inhaber des Weinguts Koehler-Ruprecht in der Pfalz.

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Back to the Roots am Ätna

Februar 18, 2006

Frank Cornelissen ist Belgier, Aussteiger und lebt mit seiner japanischen Partnerin Yoko Sano am Ätna in Sizilien. An den Nordhängen in 650 – 980 Metern Höhe betreut er 5,5 ha Land, darunter etwas mehr als die Hälfte, die mit Wein (keine Monokultur) mit zum Teil wurzelechten autochthonen Reben (v.a. Nerello mascalese) bepflanzt sind. Das geschieht nach strengsten Prinzipien, die über die Biodynamik hinausgehen. Frank orientiert sich an Masanobu Fukuokas Permakultur, die ein Selbst-Management der Natur ohne menschliche Eingriffe zum Ziel hat. Gefühl für die Natur zu entwickeln und diese zu verstehen wie Tiere es tun ist ein hohes Gut und sicher nicht verkehrt an den Lavahängen des größten aktiven Vulkans in Europa. Die Weine selbst werden nach alten Traditionen in Tonamphoren vergoren und ausgebaut und danach weder geschönt noch geschwefelt.

Einer dieser Weine, der ‚Mongibello 1‘ (Jahrgangsverschnitt aus ’01 und ’02), wird derzeit heftig diskutiert in Deutschland. Da ihn die wenigsten kennen, bewegt sich der sehr dogmatisch geführte Schlagabtausch mehr im Meta-Bereich. Ich hab‘ den Wein jetzt zweimal getrunken, nicht nur verkostet, hier meine Eindrücke:

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