Wie gut oder wie schlecht reift St. Laurent, und was sind dessen Zukunftsperspektiven, darüber sollten die letzten beiden Flights des St. Laurent Dinners im Schwarzen Kameel Klarheit schaffen.

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Hier also die ersten, längst überfälligen Randnotizen des als offizielle Initialzündung des „St. Laurent Think Tank“ gedachten Dinners im Schwarzen Kameel am Vorabend zur VieVinum. In der Bel Etage dieser Wiener Institution für Leib‘ und Seel‘ trafen einander 9 Winzer mit einer kleinen Anzahl ausgewählter Weinfreunde, fachfraulich und mit letztem Engagement moderiert von Julia Sevenich. Jeder Winzer brachte 2 Weine (aktuell und gereift) ein, um zum einen Bandbreite und Potenzial zu zeigen, zum anderen die Identität des St. Laurents auf dem Weg zur eigenständigen Spitzensorte herauszuarbeiten. Die Weine wurden in einem 2er und 4 4er Flights blind verkostet, gereicht wurden diese zu einem hervorragenden 4-Gang-Menü aus einer der besten Küchen Wiens, die auch nach dem plötzlichen Weggang von Christian Domschütz keinerlei Schwächen offenbarte.

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Überrascht waren wir im ersten Moment schon, als Axel Stiegelmar den Begriff „Hippie-Grape“ als Synonym zu St. Laurent in die illustre Runde internationaler Weinexperten warf. Dabei trifft er damit gleich in zweierlei Hinsicht ins Schwarze. Zum einen ist zwar die Mutter des St. Laurent bekannt, nämlich Pinot noir, nicht aber der die Rebsorte dominierende Vater. Zum anderen ist es seine sehr spezielle Aromatik wilder Beeren wie Wacholder, Heidelbeeren oder Wildkirschen gepaart mit würzig-floralen Aromen ganz im Sinne der 68er Flower-Power Generation, die St. Laurent so spannend macht. Michael Moosbrugger spricht von Österreichs Antwort auf Syrah – würzige und pfeffrige Aromen vereinen sich mit der Eleganz und Finesse des Pinot noir. Eine Beschreibung, die freilich auch für viele Blaufränkische der neuen Generation gültig ist. Ich selbst schuf hier die Assoziation zu einer Art cool-climate-Ausgabe eines Zinfandel-basierten field-blends, freilich mit mehr Säure und weniger Alkohol und Tannin. In jedem Fall ein avantgardistischer Wein für Intellektuelle, der definitiv das Zeug zur 2. großen roten Rebsorte in Österreich hat. Genau das ist der Anspruch des sogenannten „St. Laurent Think Tank“ um Gerhard Pittnauer, Axel Stiegelmar und Hannes Reinisch.

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