Wein trifft Kunst in Berlin

September 10, 2010

Es war schon ein besonderes Wagnis, als sich der VDP anlässlich seines 100-jährigen Bestehens dazu entschloss, die sogenannte Gutswein, an der er seine „Großen Gewächse“ traditionsgemäß erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert, durch einen Rundgang durch Berlins Galerienszene, an diesem Tag aufgewertet durch die Anwesenheit der besten Winzer und Weine des Landes, zu ersetzen. Wie wird das Wetter am Sonntag, nachdem am Samstag-Nachmittag entgegen der Prognose Regen einsetzte? Wie wird das Event in der Wein- und Kunstszene und Berliner Bevölkerung angenommen, nachdem die lokale Presse zum Teil in Sonderbeilagen auf das kommende Ereignis hinwies? Nun, 5 Tage später darf das das Experiment als mehr als gelungen bezeichnet werden. Wein als Kulturgut bedeutet in erster Linie Genuss. Wie eben auch die Auseinandersetzung mit Kunst. Und dient gleichzeitig als Anknüpfungspunkt für spannende Gespräche. Keineswegs aber eine Zurschaustellung, die nur darauf wartet, bejubelt oder abgecancelt zu werden. Ich habe zumindest keine selbsternannten Kritiker gesehen, die die ausgestellten Kunstwerke mit Schulnoten bewertet haben.

Der Wettergott spielte mit, entsprechend entspannt und ausgelassen war dann auch die Atmosphäre in insgesamt 70 Galerien in Mitte und Kreuzberg. Der dritte Standort rund um den Strausberger Platz lag leider nicht nur für mich zu entlegen, sehr zum Leidwesen der sich dort langweilenden Winzer Reinhard Löwenstein, Rudolf Fürst oder Stephan Attmann (von Winning). Als Beispiel für die gute Laune und Lockerheit allüberall mag ein Gespräch zwischen Egon Müller in Galerie Thomas Schulte 1009einer Weinnovizin (aber Kunstkennerin) und  niemand geringerem als Egon Müller in der Galerie Thomas Schulte dienen, das ich mitverfolgen konnte. Der oft als unnahbar geltende Starwinzer wurde gefragt, aus welcher Region und aus welcher Traubensorte seine Weine denn stammen. Immerhin handelte es sich um eine wunderbar gereifte und inzwischen rare ‚Scharzhofberger‘ Spätlese aus dem Jahr 1990. Egon Müller antwortete geduldig, höflich und engagiert, bis sich eine animierte Unterhaltung zweier Genussmenschen entwickelte. Ein wahrer Dialog Wein und Kunst.

Bildquellen: Martin Zwick, VDP

6 Responses to “Wein trifft Kunst in Berlin”


  1. So, so………einfach Photos klauen ohne zu fragen.

    hahahaha

    Alles Gute,
    Martin


  2. P.S. Uups, nehme alles zurück. Gerade die Bildquelle gesehen.

  3. pivu Says:

    Keine Sorge Martin, Deine künstlerisch so wertvollen Bilder würde ich niemals nutzen, ohne Dich zu nennen. Sonst hätten wir’s auch mit dem VIP Shuttle Service in der R-Klasse von Mitte nach Kreuzberg verrechnen können.


  4. Spaß beiseite! Aber ist doch wirklich ein geniales Event. Kunst und Wein passt für mich, wie die Faust aufs Auge🙂


  5. Wieder ein Blog, der brachliegt. Schade


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