Knapp 4 Tage hält die EUROphorie in Österreich jetzt an, Cordoba und ein narrisch werdender Radioreporter sind omnipräsent. Doch in wenigen Stunden droht dieser Traum vom „Wunder von Wien“ jäh zu platzen. Meine Hoffnung beruht einzig auf Herrn Lehmann im deutschen Tor, der vielleicht eine seiner beliebten Einlagen liefert, Beispiele seines ähnlich greisen Torhüterkollegen aus Griechenland gab’s ja schon zu bewundern. Als Trost darf Wien sich an dem vielversprechenden Viertelfinale Kroatien gegen die Türkei erfreuen, das die Stadt endgültig in die heimliche Hauptstadt des Balkans verwandeln wird. Was gibt’s sonst zu berichten?

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Wenn schon auf dem Spielfeld nix geht, so will sich die aktuelle Nummer 101 der FIFA-Rangliste dennoch mit Anstand aus der Affäre ziehen. Während der EM gilt für die heimischen Kicker ein Verhaltenskodex, der keinen Vergleich mit den Benimmregeln eines alpenländischen Elite-Internats zu scheuen braucht. Schon um 22:30, wenn draussen auf den Straßen die EM-Party der 15 weiteren Teilnehmer losgeht, herrscht Zapfenstreich. Bestenfalls „ein gutes Buch“ ist für die des Lesens Mächtigen danach noch erlaubt, weniger intellektuellen Fußballern sollen anspruchsvolle Bilderbücher die Zeit bis zur nächsten Niederlage vertreiben. Würfeln oder Kartenspielen ist laut EM-Knigge strikt untersagt, man könnte ja gewinnen. Viel Wert wird ganz offensichtlich auf ausreichenden Schlaf gelegt, das erhöht die Chance zumindest des Traumerlebnisses vom Gewinn der EM-Krone ungemein.

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Georges Pretre 2008Auch das traditionelle Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker stand heuer ganz im Zeichen der sich bedrohlich nähernden Fußball-EM. Oder umgekehrt, wird man vielleicht in einem halben Jahr sagen. Um dessen künstlerischen Anspruchs ist’s ohnehin nur unwesentlich besser bestellt als um Taktik und Fußballkunst in der Alpenrepublik, ein nett anzusehendes bzw. anzuhörendes Freizeitgekicke, nicht mehr. Nur dass die perfekte Ausführung und mediale Einbettung in einen rot-weiß-roten Werbefilm über die Jahre zu einem weltweiten Erfolg geführt haben, der den heimischen Balltretern auch trotz Heimvorteil verwehrt bleiben wird.

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Fußball verrückt

Oktober 18, 2007

Der gestrige Mittwoch hatte es wahrlich in sich und war reich an Überraschungen. Mein Boss aus England sagte einmal: „When Greece is able to become European champion, anything is possible.“ Am Ende wird also Österreich Europameister, aus der Ferne beobachtet von Fußballgrößen wie England oder Frankreich. Aber der Reihe nach.

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Keiner will mich

Oktober 9, 2007

Albert StreitDer Frankfurter Albert Streit hat’s schwer: da bringt er Woche für Woche Topleistungen, ist der wahrscheinlich beste deutsche Torvorbereiter in der Bundesliga, im aktuellen kicker Ranking der beste deutsche Mittelfeldspieler, und wird trotzdem vom Bundesjogi regelmäßig übergangen. Dieser zieht, wahrscheinlich schon traditionell, Bankdrücker wie David Odonkor oder kaum rekonvaleszente Auslaufmodelle wie Bernd Schneider oder Thorsten Frings vor.

Tickets DublinJetzt wurde sogar ich nominiert! Und, sorry Ali, leider kann auch ich Dich nicht nach Dublin mitnehmen, mein Nebenmann wird ein irischer Hardcore-Fan sein.

Bildquelle: BLOG-G

Nicht nur ich erwarte eine noch nie dagewesene Blamage für den Co-Gastgeber nächstes Jahr, aus Anlass des Todes des letzten gefühlten Erfolgstrainers (3:2 in Cordoba, „I werd‘ narrisch“) gibt es hier eine wunderbare Bestandsaufnahme. Da werden „Scheintote und wandelnde Leichen, die weder laufen, spielen oder den Raum aufteilen, sondern nur seelenlos über das Spielfeld geistern“ von ähnlich niveaulosen Fernsehreportern als „suboptimal“ eingestuft. Dabei ist das „Gegurke“ nichts anderes als eine „besonders perfide Form der Zuschauer-Folter“, sogar der Vergleich mit dem „hawaiianischen Skiteam“ täte den Insulanern Unrecht.

Den Verdacht, dass eh „alles nur Theater“ sei, hab‘ ich ja hier auch schon gehegt.
tbc

Raffiniert sind sie ja, die Fußballverantwortlichen in Österreich. Da wird die internationale Fußballpresse gezielt hinters Licht geführt, indem man das A-Team kontinuierlich schwachredet, das dieses auch mit entsprechenden Leistungen eindrucksvoll bestätigt. Daran ändert auch der unaufhaltsame Aufstieg in der aktuellen Coca-Cola FIFA-Rangliste (von Rang 83 auf Rang 82) nichts, solange man Fußball-Großmächten wie Zypern, Irak, Litauen oder den Kapverdischen Inseln hinterherhinkt.

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